Familienalltag reloaded. 3 Monate als Working-Mum.

Ich bin dann mal wieder da. Nach ganzen drei Monaten melde ich mich hier zurück. Ganze drei Monate habe ich gebraucht, um mich und meinen Alltag wieder zu sortieren. Denn, so ein Job-Wiedereinstieg wirbelt doch mehr durcheinander, als ich es mir im Vorfeld gedacht hätte. Was ich am schlimmsten finde? Die absolut durchgetakteten Morgen, die keine 10 Minuten Trödelei erlauben. Zumindest von montags bis donnerstags, doch der Reihe nach.

Seit Anfang Januar bin ich wieder zurück im Arbeitsleben und arbeite montags bis donnerstags in Teilzeit mit 22 Stunden. Hinzu kommt jeweils eine knappe Stunde Pendelei zum Büro und wieder zurück. Meine Arbeitszeit habe ich fast exakt den Öffnungszeiten unserer örtlichen Kinderbetreuungseinrichtung angepasst. Was bedeutet, dass die Krümelkinder vor allem dienstags bis donnerstags ziemlich lange Tage in der Einrichtung haben. 

Jeder will etwas anderes

Das war in der Anfangszeit meines Wiedereinstiegs vor allem für den Krümelsohn ein ziemliches Thema. Er war nach diesen langen Tagen im Kindergarten zuhause einfach nur noch platt, lustlos, ausgepowert. Mit dem Schließen der Kindergartentür hinter uns fiel bei ihm sprichwörtlich der Vorhang und es war kaum noch etwas mit ihm anzufangen. Ich hatte vollstes Verständnis für ihn, dennoch war es ein ganz schöner Kampf, nach diesen langen Kiga-Tagen noch den Rest des Tages irgendwie zu bewältigen. Der Krümelsohn sträubte sich, trotzte und ich hatte den Eindruck, als würde ich ihn über alle Maßen quälen, selbst wenn wir nur zum Einkaufen mussten. Im Gegenzug zum müden Krümelsohn war da die meist hibbelige Krümeline, die diese langen Kiga-Tage erstaunlich gut wuppte. Im Gegenzug zum Sohnemann, machte die Kleine aber auch Mittagsschlaf und startete nicht ganz so ausgepowert in den Rest-Nachmittag wie ihr großer Bruder. Hinzu kommt, dass der Krümeline an diesen langen Tagen definitiv die Frischluft-Einheit fehlt, weil die Garten-Spielzeit im Kindergarten in ihre Mittagspause fällt. Insofern balancierte ich in den ersten Wochen im Job nachmittags auf der einen Seite mit einem total müden und auf der anderen Seite mit einem total bewegungsbedürftigen Kind und wurde wahrscheinlich keinem in seinen Bedürfnissen wirklich gerecht. Das frustrierte gewaltig! 

Bloß nicht aus dem Ruder

Von meinen Bedürfnissen mag ich gar nicht sprechen. Auch ich war in der ersten Zeit nachmittags platt. Einfach, weil ich den Büro-Alltag nicht mehr gewohnt war und weil mich die Durchgetaktetheit des Tages bis nachmittags zur Abholung der Krümelkinder stresste. Stets diesen Druck im Nacken zu haben, dass ja nichts Unvorhergesehenes passieren dürfte, damit der Tagesablauf nicht komplett aus dem Ruder läuft. Kein Stau auf der Autobahn, kein Verschlafen, kein zweiter Windelwechsel am Morgen, weil die Krümeline nach dem Frühstück mal wieder alles gegeben hatte... Morgens muss es wie am Schnürchen laufen. Wie gern würde ich den Kindern morgens mehr Zeit zum Start in den Tag geben. Aber so hetzen wir alle vom Bett ins Bad, an den Frühstückstisch. Ich packe Brotzeitdosen, wische Krümel zusammen (mal wieder), suche den zweiten Schuh, putze Kinderzähne, husch, husch, damit wir es alle pünktlich um halb acht aus dem Haus schaffen. Nachmittags muss ich im Job pünktlich den "Stift fallen lassen", damit ich es noch rechtzeitig vor Schluss in den Kindergarten schaffe und dann steht je nach Wochentag das heimische Alltagsprogramm an: Kinderturnen, Einkaufen, Freunde treffen, ein bisschen Sozialleben will man ja auch noch haben, bei der ganzen restlichen Funktioniererei am Tag... 

Viren volle Breitseite

 So gingen im Flug schon einmal ein paar Wochen ins Land, an denen einzig und allein die Devise war, den Tag bzw. die Arbeitswoche zu überstehen.  Tja, und dann, so nach vier, fünf Wochen, kam es, wie es kommen musste: Die Winter-Krankheitswelle erwischte uns, und zwar volle Breitseite... Es fing alles trügerisch harmlos mit einer schnupfenden Krümeline an. Kurz darauf dann Fieber, sowohl bei ihr, als auch über Nacht beim Krümelsohn. Irgendwie war klar, dass die Viren dann auch schon bald auf mich und Herrn Krümel übergreifen würden. Nur dass es uns diesmal so richtig heftig erwischen sollte. Zwei Wochen Grippe, dann Lungenentzündung (beim Mann), dazwischen Magen-Darm-Geschichten, gefolgt von Nebenhöhlen- und Bindehautentzündungen. Diese ganze Kränkelei, vor allem bei uns Erwachsenen, zog und zieht sich immer noch hin. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wann wir zuletzt so oft krank waren. Am schlimmsten war es, dass wir Eltern uns diesmal nicht "rausnehmen" und auskurieren konnten, weil wir zeitweise parallel flach lagen, die Kinder aber trotzdem betreut werden mussten. Nicht schön war das, gar nicht schön... Sicherlich ist das auch der Grund dafür ist, dass wir immer noch nicht wirklich fit sind. Aber, und hier kommt ein großes optimistisches Aber, es wird IRGENDWANN vorbei gehen. Genauso wie IRGENDWANN auch der Frühling kommt ;).

Irgendwie zurecht geruckelt...

Und genauso sind nun also drei Monate vorbei gegangen und mit dem Wecker klingeln um halb sechs Uhr springt die neue Morgenroutine ganz automatisch bei mir an. Selbst wenn Herr Krümel auf Geschäftsreise ist und morgens nicht mithelfen kann, schaffe ich es trotzdem unsere 7:30 Uhr-Deadline einzuhalten. Wenn auch, wie man so schön sagt, wehenden Haares. Nachmittags trifft der Krümelsohn inzwischen Kindergartenfreunde und ist nicht mehr ganz so antriebslos wie zu Jahresanfang. Die Bettgehzeit der Krümelkinder hat sich um eine Stunde nach hinten (trotz Sommerzeit!) verschoben, was unseren sonst recht kurzen Nachmittag deutlich entspannt hat. Ein Highlight in diesem neuen Lebensrhythmus gibt es auch noch: meinen freien Freitagvormittag. Ohne diesen wäre ich aufgeschmissen. Aber dazu berichte ich ein anderes Mal ;))