Immer wieder 29. (Vor-)Geburtstagsgedanken.

Silvester und Geburtstag. Die zwei Tage im Jahr mag ich "besonders gern". Jep, ich bin ein richtiger Silvestermuffel und in den letzten Jahren auch mehr und mehr zum Geburtstagsignorierer geworden. Es sind die beiden Tage im Jahr, die mit der Zaunlatte lautstark nach Neuanfang, Neuorientierung, Neu-was-auch-immer winken. Die Tage, an denen man zurückschaut und Resümee zieht und sich tausend Dinge fürs neue (Lebens-)Jahr vornimmt. Nur um sich am Ende des Jahres wiederum dann eingestehen muss, wie wenig man von all den Vorsätzen und Motivationen tatsächlich geschafft hat. Nun ja, jetzt bekomme ich in dieser Woche wieder eine Kerze mehr auf meinen Kuchen und frage mich, obwohl ich das Spielchen mittlerweile doch durchschaut haben müsste, doch wieder, wo das alte Lebensjahr hingegangen ist. 

Schönrechnerei rund um das Mama-Alter

37 werde ich, puh, die 3 vorne wackelt schon ganz gewaltig und die 4 macht sich schon auf in die Startlöcher. Aber hänge ich mich wirklich an diesen Zahlen auf? Angeblich ist man doch - ja, ja, ihr wisst, was kommt - nur so alt, wie man sich tatsächlich fühlt. Die Frage ist nur, wie alt fühle mich denn nun??

Jetzt kam mir kürzlich auf Facebook ein Post unter, der zum Kommentieren einladen sollte mit der Frage, wie alt man sein wird, wenn das älteste Kind 18 Jahre sein wird. So doof das Ganze auch ist, ich bin dran hängen geblieben und hab da mal knallhart gerechnet ;) - ich werde dann 52 Jahre alt sein. Persönlich fand ich das nicht weiter schlimm, nein, ich habe mich vielmehr mit meinem zukünftigen Alter im Mittelfeld der Antworten gefühlt und hätte lieber nicht die Kommentare einblenden sollen. Eieiei, was musste ich da denn lesen? Die meisten jammerten rum, weil sie dann "schon" 37 Jahre alt seien; die statistische Mitte gab an, um die 42 alt zu sein... Uff. Ja, ich bin dann wohl so etwas wie ein Methusalem für meinen Sohnemann, wenn er die Volljährigkeit erreicht hat, oder was? Nun gut, jetzt sagt mir mein lieber Verstand, dass ich mich da nicht weiter drüber aufregen soll. Es gibt sie die jungen Mütter, die sehr jungen Mütter, die "normal alten" Mütter (was das genau sein soll, weiß ich nicht) und die reifen Mütter. In welche Kategorie falle ich da? Mit meinen 33 bzw. ganz frisch gewordenen 34 Jahren bin in der ersten Schwangerschaft gerade noch knapp an der so genannten Risikoschwangerschaft vorbei geschrammt. Bedeutet das, dass ich jetzt fast eine reife Mutter bin und gerade noch so in die normal-alte Mama-Gruppe reinrutsche? Und überhaupt, bzw. verdammt, warum ist mir das auf einmal so wichtig?

Perfektionismus ist ungesund, Geburtstagsresümieren auch

Nur weil, mein Geburtstag bevorsteht?? Ich sollte doch, wenn wir schon beim Resümieren sind, vielmehr meine Gedanken einmal darauf lenken, was ich mit meinen nun bald 37 Jahren alles habe, oder nicht? Zwei gesunde Kinder, einen wundervollen Ehemann, eigene vier Wände. Bekomme ich, nur weil mein Geburtstag bevorsteht, jetzt zur besagten Kerze mehr auch noch den Moralischen on top? Ach. Hach. Da könnte man meinen, man würde mit dem Alter an Lebensweisheit dazu gewinnen, doch bei mir bleibt die Unsicherheit in vielen (gottseidank nicht allen!) Lebenslagen der Begleiter. Dahinter steckt, und immerhin das weiß ich dank meines "mittleren Alters" sicher, der stete Drang nach Perfektionismus. Dass dieser ungesund ist und zu nichts führt, außer zu Unzufriedenheit, weiß mein Verstand und hält dem Bauch die Predigen. Insofern ist es deshalb doch dann ganz gut, dass ich schon soviel dazu gelernt habe und meinen Geburtstag versuche, weitestgehend zu ignorieren, um nicht doch in die Resümee- und Neuanfang-Falle zu tappen und sich wieder zu perfektionistische Ziele zu stecken. Jawoll. Also, dann, wie war das doch gleich wieder? Bin und bleibe ich doch einfach 29 Jahre alt ;)).