Ciao, ciao, Rosengarten. Unser Urlaub in den Dolomiten.

Urlaub und Anstrengung passt für viele nicht zusammen, oder? Als Mama sehnt man sich in der wenigen Auszeit, die man so hat, doch meist nach Entspannung, Faulsein Können und Erholung. Also ab auf die Sonnenliege ans Meer, im Garten oder sonst wo, nicht wahr? Warum aber gerade unser Wanderurlaub auch zum dringend benötigtem Urlaubsgefühl geführt hat, möchte ich Euch hier erzählen. 

Sowas von urlaubsreif...

Die letzten Wochen waren, ich muss es fast schon so schreiben, ereignisgepeitscht. Über allem thronte die Hochzeit meiner Schwester, ein Event, dem ich als Trauzeugin gebührend Wichtigkeit beimessen wollte. Nebenbei wütete unser "ganz normaler Alltagswahnsinn" mit Geburtstagsbesorgungen, Kindergartenevents, kranken Kindern, Heim- und Handwerkertätigkeiten, kaputten Autos, et cetera... los ist ja immer irgendwas. Gerade deshalb war ich Anfang Juni und vor allem nach der Hochzeit ganz schön im Eimer, weil diese erste Jahreshälfte doch schon ziemlich intensiv war (nachzulesen unter den "Krümeln der Woche") und freute mich sehr auf eine Woche Familienurlaub.

 

Dabei war im Vorfeld noch total unklar, ob wir überhaupt eine Woche Urlaub zusammen machen können, da irgendwie das gesamte Jahr 2017 schon ziemlich gebucht ist mit vielerlei Events und Terminen. Aber Herr Krümel und ich haben uns einen abgemüht, um irgendwo noch eine klitzekleine Woche Familienurlaub - nur wir vier - aus dem straffen Kalender herauszuschlagen. Es wurde die Woche nach dem bayerischen Feiertag Fronleichnam. Lange Überlegungen und Planungen, respektive Recherchen, konnten wir in Anbetracht der kurzen Vorbereitungszeit nicht durchführen. Flugreisen mit Baby und Kleinkind bedürfen eines gewissen Vorlaufs, deshalb strich ich schweren Herzens mein Wunsch-Reiseziel für 2017, Südfrankreich, genauer das Languedoc-Roussillon, von meiner Urlaubsliste - und war ziemlich aufgeschlossen (oder auch planlos) für andere Urlaubsideen. Für uns hier in Oberbayern liegt Italien relativ nahe und ist in wenig Autostunden gut erreichbar. Auf (schon wieder) Gardasee hatten wir aber keine Lust, also was bleibt bei unserer gesetzten maximalen Reisezeit von ca. 4 Stunden? Richtig, Südtirol. Herr Krümel ist, obwohl Nordlicht, wesentlich mehr Südtirol-erfahren als ich, aber selbst auf seiner Reiseliste fehlten die Dolomiten. 

 

Auf nach Südtirol

Unser Domizil: Der Tommele-Hof in Völs am Schlern/ Unteraicha
Unser Domizil: Der Tommele-Hof in Völs am Schlern/ Unteraicha

Insofern ging die Planung dann ganz fix: Eine Ferienwohnung auf dem Bauernhof in den Dolomiten sollte es sein. Mit guter Ausgangslage für Wanderungen, einem großzügigem Appartement mit zwei Schlafzimmern und einem Spielplatz und Streichelzoo für die Kinder. Ich wünschte mir on top einen Pool. Ihr seht schon, wir suchten nach der eierlegenden Wollmilchsau. Tatsächlich sind wir unter der italienischen Ferienwohnungsvereinigung "Roter Hahn" aber fündig geworden und hatten das Glück, dass zu unserem Reisezeitraum kurzfristig noch eine große Fewo frei war. Jippieh, so hieß es dann: ab auf den Tommele-Hof nach Völs am Schlern/ Unteraicha.

 

Der Bauernhof liegt, sehr gut erreichbar, nur ca. 15 Minuten Fahrt von der Autbahnabfahrt Bozen-Nord unterhalb des Dolomitenmassivs von Schlern und Rosengarten und mit Blick ins Eisacktal. Da diesmal Herr Krümel (bis aufs Packen) die wesentlichen organisatorischen Vorbereitungen für unseren Urlaub übernommen hatte, war ich etwas gespannt, was uns vor Ort erwartet und war superpositiv überrascht: Eine großzügige Ferienwohnung mit zwei Schlafzimmern und Galerie (auf der nochmal Schlafraum zur Verfügung stand, und die der Krümelsohn als Spielbereich beanspruchte), Wohn-/Essküche, Badezimmer, Balkon. Alles neuwertig eingerichtet und sehr sauber. Total beeindruckt war ich vom Bauernhof selbst (die vier verfügbaren Appartements sind in einem Nebengebäude). Der Bauernhof ist ein richtiges Urgestein und wird erstmalig schon um das Jahr 1200 historisch erwähnt. Unsere amerikanischen Freunde, die noch vor Urlaubsabreise bei uns zu Besuch waren, wären ausgeflippt vor soviel altem Gemäuer. In ebendiesem haben wir uns am Anreisetag auch gleich mal im Kellergewölbe mit selbst gemachter Marmelade und Sirup der Bäuerin eingedeckt - und Herrn Krümel genoß die gesamte Woche über den selbst angebauten und gekelterten Rot- und Weißwein. Mit dem Brötchenservice am Morgen konnten wir zudem stets gut gestärkt in unsere Wandertage starten. 

 

Auf gehts zum Wandern: Wenn die eigenen Sorgen im Anblick der gewaltigen Berge ganz klein werden.

Nachdem am Anreisetag selbst die üblichen versorgungstechnischen Dinge wie Einkaufen, Gegend erkunden, WLAN aktivieren, Auspacken, etc. anstanden, brachen wir am Tag darauf erstmals auf zu einer ersten Wanderung unterhalb des Rosengartens. Ein bisschen gespannt waren wir, wie wir alle das so stemmen würden. Denn aufgrund der ereignisreichen vergangenen Wochen kamen Herr Krümel und ich so gut wie gar nicht zu unseren regulären Sporteinheiten und besonders ich fühlte mich so unfit wie nie. Langsam wollten wir es also angehen lassen bei der ersten Wanderung, auch, um auszutesten, wie es die beiden Krümelkinder in ihren Tragen (Kraxe und Manduca) so finden würden, wenn wir sie durch die Berge schleppen. Deshalb hatten wir uns für unsere erste Tour eine leichte Wanderung zum Messnerjoch, ausgehend vom Nigerpass, ausgesucht. Auf mäßig ansteigenden Forstwegen ging es hoch und die Krümeline nahm ihr erstes Vormittagsnickerchen in der Manduca während des ca. 45-minütigen Aufstiegs. Der Krümelsohn wollte nicht selbst wandern, sondern war ganz wild darauf auf Papas Rücken in der Kraxe durch die Gegend geschaukelt zu werden. Hatte er von dort "oben" doch den besten Ausblick, um allerlei ausfindig zu machen und bevorzugt nach Ameisenhügeln zu suchen. Für uns Erwachsene lief es auch richtig gut an und wir waren noch gar nicht wirklich ausgepowert, als wir auf der Almhütte ankamen. Was war das für ein Panorama! Die bizarren Felsformationen des Rosengartens und darunter die lieblichen Almwiesen. Wir kehrten ein, ließen die Krümeline auf der mitgebrachten Picknickdecke spielen und Kieselsteine lutschen (was war ich immer auf der Hut, aber die Madam fand nichts so spannend wie besagte Steine). Der Krümelsohn erkundete zusammen mit einem italienischen Kind den Spielplatz und Herr Krümel und ich wollten uns nicht gleich wieder auf dem etwas langweiligen Forstweg an den Abstieg machen. Wir hatten Blut geleckt und schielten auf den Anschlussweg weiter hoch zur Kölner Hütte auf über 2.300 Höhenmetern. Aber, da wir die Baby-Krümeline nicht zu viel Höhenluft aussetzen wollten, hielten wir uns daran und stiegen nicht weiter als bis auf 2.000 Höhenmeter. Das war vielleicht etwas übervorsichtig, aber wir fühlten uns wohler damit. Eine Alternative zum Abstieg auf dem Forstweg musste aber trotzdem her. Wir entschlossen uns deshalb noch ca. 100 bis 200 weitere Höhenmeter zu machen, um dann auf einem Höhenwanderweg unterhalb der Berge noch ein bisschen die Aussicht zu genießen, um dann über wieder zurück zum Nigerpass zu wandern. Es war so klasse!! Wir entdeckten auf der Wanderung - ganz kitschig - gleich einmal zwei verschiedene Arten von Enzianen und marschierten durch trockene Schluchten zurück gen Auto. Die beiden Kinder schlummerten ihren Mittagsschlaf in den entsprechenden Tragen und nach der doch insgesamt 3-Stunden-Tour kehrten wir glücklich und hungrig erstmal zum Pizzaessen ein. Den Rest des Tages verbrachten wir auf dem Tommelehof. Der Krümelsohn entdeckte das Trampolin-Springen für sich und versuchte ganz süß mit mir Kicker zu spielen. Später plantschte ich mit den Kindern im Pool und wir genossen die dringend benötigte Familienzeit. Da merkte ich, wie schnell sich der Kopf leeren kann, wenn man durch die imposante Bergwelt wandert, wie klein die eigenen Sorgen im Vergleich zu den großen Bergen werden, wie gut einem die frische Luft und die deftige Südtiroler Küche rund um Schlutzkrapfen und Speckknödel tun, und wie sich still und leise, trotz schmerzender Glieder, Erholung einschleicht.

 

Postkartenidylle auf der Seiser Alm und der Krümelsohn als Vollhorst

Die folgenden Tage haben wir, bis auf einen nicht sonderlich nennenswerten Ausflug ins stickig-heiße und überfüllte Bozen, dann genauso verbracht: mit 4 - bis 5-Stunden-Wandertouren (inkl. Mittagseinkehr) und nachmittäglichem Entspannen auf dem Tommelehof.

 

Als zweite Wanderung wollten wir die berühmte Seite der Dolomiten, die Seiser Alm, erkunden. Die Zufahrt dort hoch ist limitiert, weil die Seiser Alm zur Naturschutzzone erklärt wurde. Per Auto kommt man nur noch früh morgens und dann erst wieder am späten Nachmittag hoch. Alternativ fährt ganz bequem eine Seilbahn nach oben. Der Krümelsohn steht voll auf Gondel fahren, somit war für uns der "Aufstieg" klar. Bereits an der Talstation merkten wir aber, die Seiser Alm ist ein Touristenmagnet. Oben angekommen kann man sich relativ schnell davon verabschieden, auf ruhigen Wegen (so wie wir es am Vortag hatten) durch die wunderschöne Landschaft zu marschieren. Man muss es so platitüdenhaft sagen: Die Seiser Alm "flasht" echt in ihrer Schönheit. So viele Postkartenmotive, blühende Almwiesen, die riesigen Berge, der blaue Himmel mit den weißen Flauschewoken. Wow!!! Die beeindruckende Umgebung wurde an diesem Vormittag nur von einer Sache getrübt: Wir froren. Daran merkt man, dass wir nicht die größten Alpinisten und Bergwanderer sind, waren wir nur mit kurzen Sachen unten in Seis am Schlern in die Gondel eingestiegen und hatten, außer für die Krümeline, keine wärmeren Klamotten eingepackt. Auf unserer Rundwanderung mit ca. 200 Höhenmetern über die Laurin-Hütte zur Panoramahütte zog es aber an diesem Tag trotz feinster Sonne fürchterlich. Für uns Erwachsene war das unangenehm, aber dadurch dass wir in Bewegung waren, konnten wir den kalten Wind halbwegs ab. Einzig für den Krümelsohn war das nicht mehr so lustig. Der hatte ebenfalls nur T-Shirt und Shorts an und war aber in seiner Kraxe absolut den Windböen ausgesetzt und fror bereits binnen Minuten bitterlich. Wie konnten wir nur seine Jacke im Auto vergessen, echt?! Es half alles nichts, der kleine Mann musste in eine der mitgebrachten Jäckchen seiner jüngeren Schwester gezwängt werden und sah darin aus wie der Vollhorst. Bei der Einkehr auf der Panoramahütte (wo es übrigens die weltbesten Kaspress-Knödel gibt) mussten wir Eltern uns schon einige amüsierte bis strafende Blicke anderer Gäste gefallen lassen ob den Anblick des auf dem Spielplatz tobenden Krümelsohns in zu enger und zu kleiner Mädchenjacke. Tja, wieder etwas dazugelernt. 

 

Unsere Lieblingshütte unterhalb des Rosengartens

So schön die Seiser Alm auch ist, komplett unser Ding war sie nicht. Einfach, weil sie uns zu überlaufen und touristisch ist. Sicherlich kann man auch dort seine einsamen Ecken finden, aber dazu muss man bestimmt mehr ins Gelände als wir es mit unseren Kinder-"Päckchen" auf Bauch bzw. Rücken geschafft hätten. Deshalb stand für die nächste Wanderung wieder der Rosengarten auf der Agenda. Diesmal sollte es zur Hanicker Schwaige gehen, einer Almhütte, die Blick auf die Bergspitzen namens Vajolet-Türme bietet. Hoch gings auch wieder zunächst auf einem Forstweg, bevor man dann an einem kleinen Gebirgsbach die Option hat, vom Forstweg auf einen kleineren, steileren, verschlungeneren Wanderweg - dem sogenannten Sagenweg - zur Hütte abzubiegen. Wir entschlossen uns für eben diesen Weg, einfach, weil er so spannend aussah. Und das war er auch: abwechslungsreich über Wurzelwege, an dem rauschenden Gebirgsbach entlang und schließlich über eine kleine vertrocknete Schlucht erreichten wir nach ca. 90 Minuten die schönste Hütte der Woche. Die Hanicker Schwaige liegt an den Berg "gedrückt" da, inmitten blühender Wiesen und bietet einen Wahnsinnsblick auf den Rosengarten - und leckeres Essen sowieso. Wir verweilten ganze anderthalb Stunden dort oben. Ließen die Krümeline auf ihrer Decke vor sich hin spielen, der Krümelsohn füllte unermüdlich seine mitgebrachte Wasserpistole an den Trinkwassertrögen auf und wir mussten aufpassten, dass er nicht andere Gäste nass spritze. Einheimische spielten nebenan Karten und genossen ein Gläschen Wein. Was für eine Idylle, echt! Ich hätte nicht glauben mögen, wie erholsam das alles sein kann. Beim Abstieg kamen wir kaum vorwärts, weil wir zu viele Fotomotive vor der Linse hatten und uns gar nicht satt fotografieren konnten. Wenn wir nochmals in diese Ecke reisen sollten, ist die Wanderung zur Hanicker Schwaige schon jetzt gesetzt. 

 

Kaputt gewandert...

Dass wir diese Wanderung nicht mehr toppen konnten, war uns klar. Trotzdem wollten wir nach einem Tag Wanderpause in Bozen (belanglos, wie oben erwähnt) an Tag 5 wieder die Stiefel schnüren und losziehen. Einfach, weil wir jetzt so in unserem Urlaubsrhythmus drin waren: Vormittags wandern während die Krümeline in der Trage schläft, mittags Einkehr auf einer Hütte und ein bisschen spielen für beide Kinder, Abstieg und Mittagsschläfchen für beide Kinder und schließlich Nachmittagsrelaxen inklusive Pool plantschen dann am Bauernhof. So stand am Dienstag also die Wanderung auf den Hausberg von Völs am Schlern, die Völseggspitze, bzw. die Tour hoch zur Tschafonhütte auf ca. 1.700 Höhenmetern an. Weil wir beide ziemlich ungern denselben Weg zurückgehen, auf dem wir aufgestiegen sind, versuchen wir soweit machbar immer eine Rundtour zu gehen. So auch diesmal. Der Ausgangspunkt sollte die Schönblick-Alm sein, von dort ging es auf einem Höhenwanderweg erstmal Richtung Tiers, bevor von dort der eigentliche Aufstieg zur Tschafonhütte startet. Ich hatte Herrn Krümel wieder die Route planen lassen. Er ist in so etwas ziemlich gut und es macht ihm auch wesentlich mehr Spaß als mir. Ich will mich beim Wandern nämlich nicht groß mit Wegeplanung beschäftigen müssen und sondern will vielmehr einfach nur das Gehen genießen. Dementsprechend habe ich auch nicht hinterfragt, was genau er sich als Route nun ausgedacht hatte. Dass sich der Höhenweg dann so zog und wir schon fast eine Stunde bis zum Abzweig und dem eigentlichen Aufstieg brauchten, fand ich dann allerdings schon ein bisschen doof. Einfach, weil ich an dem Tag schlichtweg nicht in den Tritt kam, und die vergangenen drei Wandertage ihr erstes Tribut einforderten. Ich war platt und merkte ganz gewaltig das Zusatzgewicht in Form der Krümeline und des Rucksacks auf meinem Rücken. Wie sollte ich dann noch den, laut Beschreibung, steilen Aufstieg zur Hütte schaffen?? Schlechte Laune stellte sich ein, aber umkehren wollte ich auch nicht. Herr Krümel nahm mir den Rucksack ab und ich schnallte mir die kleine Maus, die zudem an dem Tag meckeriger als die Tage zuvor war, auf den Rücken. Mit ein paar Kilos weniger und mehr Mobilität durch die Rückentrage fand ich schließlich Gefallen an den steilen Mini-Serpentinen-Wegen hoch zur Hütte. Allerdings war der Aufstieg hoch zur Hütte nicht ohne. Ganze 750 Höhenmeter machten wir. Getrieben wurden wir vom Ehrgeiz des Endlich-Ankommen-Wollens, was wir dann auch ziemlich schweißgebadet schafften. Puh, was für eine Tour! Die Pause auf der Hütte konnte ich erst ab dem Moment genießen, als der Hüttenwirt Herrn Krümel versicherte, dass der Abstieg über unsere geplante Strecke zwar steil, aber nicht ausgesetzt wäre. Das Thema lag mir nämlich mit meiner nicht vorhandenen Schwindelfreiheit bereits den gesamten Aufstieg über im Magen. So quälten wir uns dann nach einer kleinen Stärkung wieder den Berg hinunter zurück zum Auto und waren beide heilfroh, dass wir nicht aufgegeben hatten. Trotzdem war ab diesem Punkt dann die Luft raus. Herr Krümel hatte sich beim steilen Abstieg unglücklich das Knie verdreht und hatte Schmerzen beim Gehen. Ich war muskulär einfach durch und wollte keinen Meter weiter gehen als nötig. Das sollte die anstrengendste Tour des Urlaubs gewesen sein. 

 

Leiser Ausklang der Wanderwoche

Da sich auch das Ende der Urlaubswoche näherte und wir inzwischen schon das ein und andere Belastungszipperlein verspürten, sollte die letzte Wanderung vor der Heimreise nur noch circa 200 Höhenmeter umfassen und auf eine kleine nette Alm unterhalb des Schlerns führen - die Tuffalm. Wir starteten am Völser Weiher und stiegen in einer knappen Dreiviertelstunde zur Alm auf. Mehr wäre an diesem Tag auch nicht mehr gegangen. Oben auf der Alm belohnten wir uns noch einmal mit Südtiroler Spezialitäten und genossen das Traumwetter bevor wir uns über die Forststraße wieder auf den Rückweg machten. An diesem letzten Wandertag entschloss der Krümelsohn endlich mal ein paar eigene Wanderschritte zu machen, und nicht nur ständig in der Kraxe getragen zu werden. Motivation waren für ihn wohl meine Wanderstöcke mit denen er ganz geschickt hantierte und immerhin ein paar kurze Abschnitte der Wanderung sich selbst "erwanderte". Nach nur 30 Minuten waren wir wieder unten, drehten noch eine kleine Extrarunde, damit beide Kinder noch etwas länger in den Tragen schlafen konnten, bevor wir uns als Wanderabschluss eine Badeeinheit im Völser Weiher gönnten, dessen Wasser wärmer als das unseres Pools auf dem Bauernhof war. Wir waren uns alle einig, das war ein gelungener Abschluss unserer Wanderwoche in Südtirol. Das beste Anzeichen für einen erholsamen Urlaub ist, dass man sich nach den paar Tagen Auszeit wieder auf Zuhause freut - und so erging es uns auch. Nachdem unsere sieben Sachen wieder kunstvoll von Herrn Krümel im Kofferraum verstaut (oder sagen wir drapiert) worden waren, traten wir am nächsten Morgen nach dem Frühstück unsere Rückfahrt an, mit einem kleinem Shopping-Stop am Brenner-Outlet, das für uns schon zu einem Must geworden ist bei jeder Fahrt über die Brennerautobahn. Nicht, weil das Outlet so gigantisch wäre, nein, einfach nur, weil wir es gemütlich finden, dort sich noch ein bisschen die Beine zu vertreten, durch die Läden zu bummeln und langsam den Urlaub ausklingen zu lassen. Jetzt sind wir seit drei Tagen zurück, erholt und glücklich. Unsere Rücken schmerzen nicht mehr so sehr, im Gegenteil, wir haben sogar schon wieder im Garten gewerkelt. Morgen startet wieder unser "ganz normaler Alltagswahnsinn" - und ich freue mich darauf. Eines ist sicher für mich: So ein Wanderurlaub kann eine echte Alternative zum Baden am Meer sein :).