Odyssee Mittagsschlaf

Jeden Tag ab 17 Uhr bricht bei uns aktuell der Terror aus und ich geh echt bald am Stock. Jeden Tag geht beim Krümelsohn spätestens ab dem Abendessen gar nichts mehr. Dann führt jede noch so undenkbare Banalität zum Trotzanfall vom Feinsten. Eine Erklärung im Moment für das unerträgliche Gebaren des Krümelsohns könnte der Mittagsschlaf, besser gesagt, das Fehlen des Mittagsschlafs sein. Doch nur am Schlaf allein liegt es scheinbar nicht.

 

 

"Kuriose" Trotzattacken

Jeden Tag ab 17 Uhr bricht bei uns aktuell der Terror aus und ich geh echt bald am Stock. Jeden Tag geht beim Krümelsohn spätestens ab dem Abendessen gar nichts mehr. Dann führt jede noch so undenkbare Banalität zum Trotzanfall vom Feinsten. Sei es, dass irgendein Spielzeug urplötzlich in seinen Augen nicht mehr so funktioniert, wie er sich das Ganze vorstellt, oder ich kooperiere für ihn nicht ausreichend indem ich mich wahlweise der vollen Windel oder dem Gemecker seiner Schwester oder dem Abendessen widme. Besonders "beliebt" sind im Moment Trotzattacken, weil ich es gewagt habe, die Reste von seinem Teller zu essen. Er will das Essen, das gerade in meinem Mund verschwunden ist, auf einmal doch ganz dringend zurückhaben und ich soll es gefälligst wieder ausspucken.  Ein besonderes Trotz-Highlight hatte ich gestern Abend mit ihm: Er verrichtete sein Geschäft auf der Toilette und präsentierte das Ergebnis ganz stolz seinem Kuscheltier. Kurz nachdem er selbst die Spülung betätigt hatte, wollte er aber erneut den vorigen Toiletteninhalt dem besagten Tierchen vorzeigen - und ja, er war eben weg und nicht erneuerbar. Von dem Moment an ging bei ihm gar nichts mehr, weder Zähne putzen, Schlafanzug anziehen, geschweige denn ruhig in den Schlaf gleiten. Nur noch Gebrülle, hysterisches Weinen, das volle Programm. Fast eine geschlagene Stunde lang. Wo ist nur mein super Einschlaf-Kind hin, das man ins Bett legen konnte, das sich mit einer Gute-Nacht-Geschichte zufrieden gab und das dann selbst mit ein bisschen "Einschlaf-Gesang" sanft ins Schlummerland reiste?! 

Mittagsschlaf, Nachmittagsschlaf oder gar kein Schlaf?

Eine Erklärung im Moment für das unerträgliche Gebaren des Krümelsohns könnte der Mittagsschlaf, besser gesagt, das Fehlen des Mittagsschlafs sein. Von heute auf morgen hörte der Herr  nämlich auf, im Kindergarten seine Stunde über die Mittagszeit zu schlummern. Eine ganze Woche lang haben die Erzieherinnen immer wieder versucht, ihn hinzulegen, aber es war nichts zu machen. Was vorher problemlos klappte, ihn hinlegen, er erzählte oder sang noch ein Weilchen vor sich und dann Augen zu, war vorbei. Jetzt könnte man sagen, dass wohl einfach der Zeitpunkt gekommen ist und dass er dann diese Ruhepause nicht mehr braucht. Das habe ich zunächst auch angenommen, bis mir der kleine Mann an einem Tag um 16 Uhr einfach im Stehen (!!!) eingeschlafen ist, weil er so fertig war. Daraufhin bin ich dazu übergegangen, ihn einfach NACH dem Kindergarten ab ca. 13:30 Uhr nochmals für ein Stündchen am frühen Nachmittag hinzulegen. Das klappte eine Weile ganz okay. Neuerdings ist es aber so, dass ich ihn nach spätestens anderthalb Stunden Schlaf so gegen 15 Uhr wecken muss, bevor er den gesamten Nachmittag verpennt.  Er ist dabei kaum aus dem Schlaf zu bekommen und braucht die darauf folgende Stunde bis also ca. 16 Uhr, um tatsächlich wieder auf "Betriebstemperatur" zu kommen. Nur eine Stunde später  - etwa gegen 17 Uhr - baut er aber bereits wieder rapide ab und die Trotzanfälle kommen. Ab spätestens 18 Uhr läuft bei uns die Bettgeh-Routine an mit Toilette, Zähne putzen, usw. und ab dem Moment, wo seine Schlaf-CD aus ist, geht das Geschreie/ Gebrülle los. Den kleinen Kerl schüttelt es richtig und ich merke ihm an, wie fertig er ist und trotzdem findet er nicht in den Schlaf.  Ich bin am Ende meiner Weisheit. Was ist da bloß los mit ihm?? In meinen Augen KANN es nur der fehlende Schlaf sein. 

Schlafmangel - und noch etwas anderes?

Auf Rücksprache mit der Erzieherin im Kindergarten hat es heute tatsächlich erstmalig wieder mit einem kurzen Schläfchen dort geklappt und bereits beim Abholen merkte ich ihm an, wie gut er drauf war. Alles geritzt für den Nachmittag, also?? Tja, leider nein. Es klappte heute tatsächlich bis zum Bettbringen gut mit ihm. Er aß super zu Abend, scherzte gut gelaunt mit seiner Schwester, ließ sich halbwegs okay "bettfein" machen. Aber, kurz nachdem seine Schlummer-CD aus war, geht das Gebrülle wieder los. Eine Dreiviertelstunde schrie, jammerte, heulte er vor sich hin. Jetzt dachte ich, ich hätte des Pudels Kern gefunden, und dann das???!!! Liegt es etwa doch nicht am fehlenden Schlaf tagsüber? Oder ist das nur eine Seite der Medaille und irgendetwas anderes arbeitet noch in ihm? Ist das Gebrülle am Abend sein "Blitzableiter" für die gesammelten Eindrücke des Tages? Es macht mich so fertig, ihn so zu sehen und auf der anderen Seite habe ich aber auch noch das Baby, das in den Schlaf begleitet werden muss. Dass die Kleine heute bei der Lautstärke des Bruders im Nebenzimmer nicht aufgewacht ist, grenzt schon fast an ein Wunder. Ich mag mir gar nicht ausmalen, wie das auch anders ablaufen kann, wenn ich beide alleine zu Bett bringe... Ich hoffe so sehr, dass das Schlafproblem beim Krümelsohn, wie so of,t vielleicht wieder nur eine Phase ist. 

 

Habt Ihr dazu Erfahrungen oder Tipps? Kennt Ihr diese Probleme? Ich freue mich über Euer Feedback!