Und täglich grüßt... Wie mir der Alltag durch die Finger rieselt.

Geschafft. Wieder ein (All-)Tag mit zwei kleinen Kindern gemeistert. Und wieder verging dieser ganz normale Tag im Flug. Kein Wunder, dass die Zeit dahin rast und dass Wochen und Monate im Nu vergehen. Wirklich kein Wunder?? Woran liegt das, dass mir meine Tage so durch die Finger rieseln? Wie sieht mein Alltag mit zwei kleinen Kindern aus. Ich muss das hier einmal dokumentieren:

Ein ganz normaler Tagesablauf:

4.30 Uhr: Der Wecker des Herrn Krümel klingelt, er muss für ein paar Tage auf Geschäftsreise. Ich bin natürlich auch wach und döse allenfalls noch, bis mein Wecker um kurz nach 6 Uhr klingeln (soll). Doch soweit kommt es nicht, denn:

5.30 Uhr: Der Krümelsohn ist aufgewacht und singt in seinem Bettchen fröhlich (und lautstark) vor sich hin. Ich tapse zu ihm rüber, will ihn dazu ermuntern, noch ein bisschen weiterzuschlafen, aber nein, will er nicht. Ich soll mit ihm Bücher anschauen, also gut. Der bisschen Ruhe willen ab in die Kuschelecke und leise vorgelesen. Alles tun, trotz der eigenen Müdigkeit, damit ja kein Krümelsohn'scher Trotzanfall die Baby-Krümeline nebenan aufweckt.

6.45 Uhr: Wir haben es nach (unfassbar!!) "nur" 1 Stunde geschafft, angezogen am Frühstückstisch zu sitzen. Erstmal einen großen Kaffee für mich und gut drauf achten, dass der Krümelsohn vor lauter Appetit sein Müsli nicht gleich wieder auf die frischen Klamotten verteilt. Heute habe ich Glück, das Müsli landet nur auf dem Lätzchen und nicht daneben. Die Krümeline parallel zum eigenen Frühstück stillen, ein bisschen Radio hören, die Brotzeitdose für den kleinen Mann bestücken, Zähne putzen. So, jetzt aber zack-zack, wir müssen pünktlich aus dem Haus.

7.45 Uhr: Den Krümelsohn im Kindergarten abgeliefert. Der bekam nur noch ein schnelles "Tschüss" raus, bevor er in der Bau-Ecke die neuen Traktoren bespielen musste. War mir ganz recht, musste ich mit der Krümeline doch zur Auto-Inspektion in die nächste Vertragswerkstatt.

8.30 Uhr: Dank Fahrdienst der Werkstatt wieder zu Hause, alles soweit glatt gelaufen und die Krümeline genehmigt sich ihren frühen Vormittagsschlaf. Puh, also, jetzt schnell, schnell:

8.45 - 9.45 Uhr: Zeit für meine kleine Sporteinheit. Eine 20-Minuten-Yoga-Session soll es sein. "Fat-Burning-Flow-Yoga für Fortgeschrittene". Nach 15 Minuten streiche ich die Segel, alter Schwede!! Ich bin total außer Atem, mir tut alles weh, die Muskeln zittern. Vom "Flow" kann überhaupt nicht die Rede sein. So ein Satz mit X!!! Schnell unter die Dusche, bevor das Krümelinchen wieder wach ist... 

9:45 - 11:30 Uhr: Hach, mein Baby hat echt ein glorreiches Timing. Hat der Mama Zeit gelassen, sich halbwegs in Ruhe im Bad fertig zu machen. Jetzt aber meldet sich ihr Hunger. Ich stille sie auf der einen Brust, auf der anderen wird abgepumpt, weil ich gerade dabei bin, laaaaangsam das Fläschchen einzuführen und tagsüber ihr immer wieder Mini-Portiionen Muttermilch aus der Flasche anbiete. Dann mal eben Windeln gewechselt, Wäsche zusammengefischt und Waschmaschine angeschmissen. Vor knapp 3 Wochen haben wir mit der Beikost bei der Krümeline angefangen, heute steht das erste Mal der Gemüse-Kartoffel-Fleischbrei auf dem Speiseplan. Also ab in die Küche. Die Krümeline meckert unter dem Spielbogen, deshalb kommt sie in die Manduca und schaut mir interessiert beim Schnippeln der einzelnen Zutaten zu. Die Küche sieht aus wie ein Schlachtfeld, ich hab die Spülmaschine von gestern noch nicht ausgeräumt. das Frühstücksgeschirr stapelt sich und die Schnipselreste liegen überall rum. Husch, den Brei auf den Herd gebracht und dann die Küche gesäubert. Weils gerade so schön ist mit der Kleinen vorm Bauch noch eben das Erdgeschoss gestaubsaugt, bevor der Krümelsohn am Nachmittag den Dreck noch weiter verteilt. Warum hab ich vorhin eigentlich geduscht? Ich schwitze schon wieder. Dass kleine Babys auch solch kleine Heizkörper sind... Fleisch, Gemüse und Kartoffeln sind weichgekocht, also wieder zurück, die saubere Küche erneut vollsauen mit Breigemixe und -gepampe. Absolute Ruhe "ausstrahlend" befördere ich die Baby-Krümeline in die Wippe, jetzt gibt es Mittagessen für sie. Der erste "Vollbrei" klappt erstaunlich gut, wir sind nach 15 Minuten füttern durch bis (fast) auf das letzte Löffelchen. Nur noch fix wieder ein bisschen Muttermilch erwärmt und der Kleinen wieder die Flasche gereicht. Es klappt nicht, also nochmal stillen. Bis sie eeeendlich um 12 Uhr in den (Mittags-)Schlaf findet.

12 - 13 Uhr: In der Mittagspause räume ich erneut das Chaos in der Küche weg, mache das lang vor mir her geschobene Back-Up für den alten Rechner, setze das MacBook neu auf, sortiere die fertig gewaschene Wäsche in trocknertauglich und -untauglich und starte den Trockner.

13.00 - 13.10 Uhr: Ich packe mich tatsächlich für ganze 10 (!!) Minuten auf die Couch und jep, surfe im Internet. Die Krümeline braucht neue Klamotten. Schon klar....

13:10 - 13:25 Uhr: Jetzt aber schnell. Wir müssen los, den Krümelsohn vom Kindergarten abholen. Ich muss das Baby aus dem Tiefschlaf reißen. Vielleicht bekomme ich sie ja schlafend in den Ausfahranzug und Kinderwagen? Möp. Nö, natürlich nicht. Immerhin meckert sich nicht und gluckst fröhlich vor sich, während ich mich im halben Laufschritt durchs Dorf mache, damit wir pünktlich im Kindergarten ankommen. Hatte ich schon erwähnt, dass ich schwitze??

13.30 - 13.50 Uhr: Im schlimmsten Orkantief schiebe ich den Kinderwagen mit den beiden Kindern zurück nach Hause. Spätestens jetzt könnte ich schon wieder unter die Dusche springen. 

14.00 - 15 Uhr: Zuhause schnell die Wäsche aus dem Trockner genommen und zusammengefaltet, während der Krümelsohn in Windeseile aus dem aufgeräumten Wohnzimmer ein Schlachtfeld aus Lego, Matchbox-Autos, Büchern, etc. schafft. Kurz mit meiner Mutter telefoniert und dann fordert der kleine Mann seinen nachmittäglichen "Cappuccino" (Milchschaum) ein. Okay, ein weiterer Kaffee wär jetzt auch für mich nicht schlecht. Wir sitzen gerade genüsslich schlürfend am Tisch, als der Anruf der Werkstatt kommt. Das Auto ist fertig inspiziert und wird mir jetzt zurückgebracht und ich solle doch dann den Fahrer wieder zurückfahren. Also, wieder rein in die Jacken etc. und ab zur Werkstatt gedüst. 

15.30 - 17:00 Uhr: Über einen kurzen Zwischenstopp beim Supermarkt sind wir wieder zuhause und endlich mal ein bisschen "Qualitätszeit" für die Kinder. Ich habe den ganzen Tag über immer noch nicht wirklich was ordentlich gegessen und schiebe mir auch jetzt nur nebenbei einen Apfel (immerhin!!) rein, während die Krümeline wieder gestillt wird und danach erneut ein Mini-Fläschchen bekommt. Der Krümelsohn will auch was essen und mampft eine Banane, während er ein bisschen in den Werbeprospekten blättert und danach im frisch geschenkten Malbuch (von der Werkstatt) rumkritzelt. Schnell noch beide gewickelt. Zeit für die dritte Schlafeinheit des Tages für das Baby. Leider tut sie sich heute echt schwer in den Schlaf zu finden. Während die Kleine also schlummert, kuschel' ich mich mit dem Krümelsohn auf die Couch und wir schauen seine Lieblingsbücher an. Ich könnt sowas von wegpennen gerade...

17.00 - 18.00 Uhr: Zeit, Abendessen vorzubereiten. Mir tut es echt leid, dass ich mich von der Leseeinheit so davonstehlen muss, aber ansonsten steht gleich nichts auf dem Tisch. Ich greife in die pädagogisch höchst "wertvolle" Trickkiste und schalte dem Krümelsohn "Lauras Stern" bzw. "Heidi" über Sky on Demand ein. In diesen 30 Minuten kann ich kurz kochen, die inzwischen wieder wache Krümeline rumtragen und den Tisch fürs Abendessen decken. Nach diesen zwei Serien trottet der kleine Mann dann auch brav zum Tisch und wir essen gemeinsam. Suppe. Klar, nach der späten Banane mach ich mir keine großen Hoffnungen bei ihm auf Appetit. Doch, siehe da. Er fordert noch einen zweiten Teller ein und Joghurt und ist immer noch nicht satt. Also noch einen Cracker mit Erdnussbutter, jetzt aber. 

18.00 - 18.30 Uhr: Jedes Kind darf noch ein Buch angesehen und dann ab ins Bad, Zähne putzen, Schlafanzug anziehen. Zuerst bekommt der Krümelsohn noch etwas vorgelesen. Heute fordert er tatsächlich 3 (kurze) Bücher ein, obwohl er schon hundemüde ist. Dann kommt die Krümeline dran mit Baby-Massage und Gute-Nacht-Stillen. Kurz nach 18.30 Uhr ist es tatsächlich geschafft. Ich habe FEIERABEND!!!!!

 

Und jetzt sitze ich seitdem hier und tippe und schaue auf das Schlachtfeld Wohnzimmer/ Küche und frage mich, ob das jetzt alles ganz normal ist  und warum ich mehr und mehr das Gefühl habe, dass mir meine Zeit (mit den Kindern) davon rinnt. Mein Alltag ist doch nicht zu vollgestopft, oder? Wir haben keine großartigen Termine wie Babyschwimmen oder sonstige Frühförderung, einzig freitags gehts für den Krümelsohn zum Kinderturnen - für 1 Stunde. Den Autowerkstatttermin heute kann man beliebig ersetzen mit einem Playdate oder Besuch von der Verwandschaft am Nachmittag. Aber das sollte doch drin sein, möchte man meinen. Oder habe ich, obwohl ich mittlerweile Zweifach-Mama bin, immer noch vollkommen überzogene Vorstellungen davon, was man alles in 24 Stunden so unterbekommt/ unterbekommen sollte??? Wieso fühle ich mich trotz dieses ach so normalen Alltags an manchen Tagen (wie heute) einfach nur fix und alle? Ich muss mir endlich Zeit nehmen für mein nächstes Buch: "Slow Family - Sieben Zutaten für ein einfaches Leben mit Kindern". Wer weiß vielleicht finde ich darin ja des Rätsels Lösung??? Wie empfindet Ihr das?? Wie gehts Euch mit Eurem Alltag (mit Kindern)? Freue mich über Euer Feedback.