Wenn Mama "Termine" hat. Wie mache ich das mit dem Baby?

Kann man ein 9 Monate altes Baby als Mutter eine Nacht und einen Tag alleine bei Papa und Oma lassen? Das beschäftigt mich derzeit so immens, dass ich darüber schon mehrere Nächte lang wach lag. Ich komme einfach nicht auf einen klaren Gedanken und kann schon gar nicht meinen Bauch entscheiden lassen. Der Hintergrund für diese gedanklichen Quälereien sind die anstehenden Termine in diesem Frühjahr/ Sommer. Soweit wir das für unseren Familien- und Freundeskreis sagen können, scheint 2017 ein ziemlich gutes Jahr für die Liebe sein. Ein wahres rosarotes Flausche-Jahr, gemessen an den anstehenden Hochzeitsfeiern, zu denen Herr Krümel, die Kinder und ich eingeladen sind.

Trauzeugin-Mama. Contradictio in adjecto?

 Ich bin ja absoluter Fan von Hochzeiten, den wunderschönen Bräuten und schicken Bräutigamen, der liebevollen Deko, dem ganzen Drumherum, ehrlich. Aber ein kommender Feiertermin bringt mich vor allem wegen der Baby-Krümeline in die Bredouille. Die Hochzeit soll im hohen Norden der Republik stattfinden, was so ziemlich die weitest gelegene Entfernung von unserem beschaulichen bayrischen Dorf bedeutet. Für eben diese Feier habe ich zudem die ehrenvolle Aufgabe der Trauzeugin angetragen bekommen und will diesem "Amt" auch entsprechend gerecht werden. Jetzt quäle ich mich hin und her und frage mich, wie die Feier für alle Beteiligten (d.h. Braut und Bräutigam und meine eigene Familie) am besten organisatorisch anzugehen ist. Reise ich alleine an und kann dann vor Ort voll und ganz für die Braut da sein oder nehme ich meine Familie mit, was einen An- und Abreise-Marathon bedeutet, da die dann 9 Monate alte Baby-Krümeline noch nicht so lange im Auto am Stück sitzen kann. Während der Feier würde ich wohl eher das Auge bei den Kindern haben und hätte wohl am Ende ziemlich wenig von der ganzen Hochzeit. Davon, dass die Kinder einer ganzen Menge Aufregung und Trubel in relativ kurzer Zeit (ein Wochenende) ausgesetzt wären, einmal abgesehen. Im ersten Gedanken ist mir also danach, dass ich alleine anreise und gut ist. Aber  - und dann kommt voll und ganz die Mama-Glucke durch - im zweiten und x.ten Gedanken danach, kann ich die Vorstellung, mein kleines Baby einen ganzen Tag und eine ganze Nacht (mindestens ) alleine zu lassen, absolut nicht ertragen. Und so winde ich mich hin und her und komme auf keinen grünen Zweig. 

Was mache ich bloß?

Was ist nur so schwer für mich, loszulassen und das Baby bei Papa und Oma, den wohlgemerkt nächsten, engen, Betreuungspersonen lassen? Beim Krümelsohn mit seinen 2,5 Jahren habe ich da überhaupt keine Bedenken bzw. Sorgen. Ist es also das junge Alter der Baby-Krümeline, das mich so zaudern lässt? Ab wann ist ein Baby "alt genug", dass es ein paar Tage von der Mutter getrennt sein kann? Den Vergleich mit dem Krümelsohn kann ich nicht ziehen, der war tatsächlich erst mit knapp 2 Jahren das erste Mal für eine Nacht ohne uns Eltern bei der Oma. Das mussten wir damals so ausprobieren, weil nur kurz darauf der "Ernstfall" eintrat und ich für die Entbindung der Krümeline wirklich ein paar Nächte nicht zuhause war. Was soll ich sagen, es hat natürlich prima geklappt. Warum sollte es mit der Betreuung durch die Oma also bei der Krümeline nicht auch klappen? Muss ich mir eingestehen, dass ich tatsächlich so eine Helikopter-Mum bin, die ihre kleine Babytochter nicht in die Obhut anderer geben kann - selbst wenn es die Familie ist???!!! Oder ist es nur die Macht der Gewohnheit, weil ich sonst auch tagsein und tagsaus für meine Kinder in erster und meist auch ausschließlicher Linie da bin. Zumindest im ersten Lebensjahr. Weil ich das so wollte und weil wir nun denn auch niemand aus der Familie im Umfeld haben, die für die Betreuung einspringen können. Oder liegt der Hase hier gar nicht im Pfeffer und es hat gar nicht so viel mit dieser Emotionalität rund um Bindung zwischen Mama und Baby zu tun. Sondern ist das Problem eher ganz praktischer Natur: dem Stillen? Im Moment stille ich die Krümeline noch voll, stehe aber kurz vor der Einführung der Beikost. Wann genau ich die Krümeline abstillen wollte, hatte ich noch nicht final beschlossen (davon abgesehen, dass ich das nicht ganz alleine entscheide...). Die Frage ist also, kommt das Baby 4 Monate später - ab heute gerechnet -, ohne Muttermilch aus der Brust (nicht abgepumpt/ aus der Flasche) klar?? Und was ist mit dem Thema Einschlafstillen? Was ist also, wenn ich bis zur besagten Hochzeit eben noch nicht abgestillt habe, weil die Baby-Krümeline nachts nur an der Brust wieder einschläft? Dann kann ich das alleine auswärts feiern nämlich knicken. Davon abgesehen, dass es auch ein ziemlicher Stress, zu wissen, bis zum Datum X muss es die Baby-Krümeline ohne die mütterliche Brust schaffen... Oder kommt hier wieder das mütterliche Ego zu stark durch? Gemäß dem Prinzip ohne die Mama läuft hier nichts. Ich weiß es nicht, ich weiß es nicht, ich weiß es nicht...

 

Was würdet Ihr mir hier raten? Soll ich es relativ kurzfristig entscheiden - zu Lasten unserer Reisekasse (denn einen günstigen Flug müsste ich jetzt buchen)? Ich brauche wohl dringend noch die ein oder andere schlaflose Nacht...