Winterspaziergang im Wald. Rodeln ist nicht bei uns.

Schneeballschlacht Schnee Wald

"Es schneit, es schneit. Kommt alle aus dem Haus. Die Welt, die Welt sieht wie gepudert aus". Der Krümelsohn singsangt Rolf Zuckowski fröhlich vor sich, also stand das Nachmittagsprogramm für heute direkt fest. Wir gehen mit dem Schlitten raus. Doch nein, sicherlich nicht zum hiesigen Rodelberg im Dorf, der echt spitze ist und auf dem man ganz schön runterrasen kann. Nein, denn der kleine Mann hat nämlich keine Lust auf Rodeln. Was macht man dann als bemühtes Elternpaar, um seinem Nachwuchs wichtige Wintererlebnisse zu bescheren? Man geht mit dem Schlitten in den Wald.

Unser kleines Dorf ist davon mehr oder minder umringt, weshalb wir fast schon die Qual der Wahl hatten. Entschieden haben wir uns für einen kleinen Schlitten-Spaziergang zu einer verfallenen Burgruine. Nur so weit kamen wir nicht... Denn noch bevor wir überhaupt den Wald erreicht hatten, war der Krümelsohn schon vom Schlitten abgestiegen. Es rumpelte ihm zu sehr unterm Hintern als Herr Krümel ihn über die Felder zog. Also, im Schneckentempo durch die verschneite (Wald-)Landschaft gestapft. Die Krümeline schlief mal wieder in der Manduca und die Schneeflocken wirbelten nur so um uns herum. Wir gönnten uns unsere heutige Frischlufteinheit im Schneegestöber. Herrlich ist das. Bei Sonnenschein und Kaiser-Winterwetter kann ja jeder losziehen, nicht wahr? Der Krümelsohn fands richtig spitze und genoss die Natur in vollen Zügen.

Schneeballschlacht, Waldecho und Zitronenschnee

Im Wald angekommen, zettelte der Vater mit dem Sohn gleich einmal eine Schneeballschlacht an, die dank des frischen Pulverschnees relativ glimpflich von statten ging. Süß war es trotzdem, mit anzusehen, wie verzweifelt der Krümelsohn mit seinen Fäustlingen versuchte, aus dem Schnee richtige Bälle zu formen (und zu werfen). Das nächste Highlight war für den Sohnemann, größere und kleinere Stöcke und Äste aus dem Schnee zu klauben und damit herum zu hantieren. Sie zu zerbrechen, sich auf sie zu stützen oder durch die Gegend zu schleudern. Selbst Äste, die doppelt so lang wie er selbst waren. Als er dabei feststellte, dass sein freudiges Gekreische durch den Wald echot, war es um die Ruhe der Natur dahin. Der Krümelsohn musste  sein Lautspektrum ausprobieren. Aufgeregt flitzte er von Baum zu Baum und tönte in den Wald hinein. Getoppt wurde diese Erfahrung nur noch, als Herr Krümel seinen Sohn in die Geheimnisse des Zitronenschnees einführte. Ganz fasziniert war das Kind von seinem Vater und imitierte ihn in Mimik und Gestik. Könnte diese Erfahrung vielleicht den Sauber-Werden-Prozess des Krümelsohns endlich positiv anregen? Wir werden sehen :). Nach gut einer Stunde waren wir Eltern jedenfalls schon ziemlich durchgefroren und mussten dem Sohnemann stark zureden, dass wir gehen möchten. Den zog es nämlich so gar nicht heim. Das sind wohl die besten Voraussetzungen, wenn bald im Kindergarten die Wald-Ausflugstage starten...