Gut Ding' braucht Weile?! Meine "Entscheidungsfreude" rund ums Haus

Schneetreiben Haus

Wir wohnen mittlerweile den zweiten Winter in unserem neugebauten Einfamilienhaus. In einem letzten Schneetreiben sind wir damals Ende März 2014 in den gerade noch so pünktlich fertig gestellten Neubau gezogen. Stets die Sorge im Nacken, dass wir zur auslaufenden Kündigungsfrist unserer Wohnung im schlimmsten Fall mit Sack und Pack auf der Straße stehen würden, hat die Familie nochmal alles gegeben und akribisch Wände gemalert, den Baudreck weggeputzt und Kisten geschleppt, damit der Einzug klappt. Zwei Winter später sind wir nun in unseren eigenen vier Wänden ganz gut angekommen. Von einem fertigen, im Sinne von eingerichteten, Haus kann aber noch lange nicht die Rede sein.

Viel zu viele Baufassungen mit einer einsam vor sich hin schaukelnden Glühbirne hängen noch von den verschiedenen Decken, die Wände sind immer noch kahl, und manche Fenster haben noch nicht einmal Vorhänge/ Gardinen bekommen (was gerade im Schlafzimmer schon zugegebenermaßen etwas "freizügig" ist :)). Mit Einzug in unser Eigenheim bin ich zum getriebenen Perfektionisten mutiert, was die Innen- und Außengestaltung des Hauses angeht. In den Mietwohnungen vorher wollte ich es nur "hübsch" haben, perfekt musste es nicht sein. Anstatt nun also munter drauf los einzurichten, verbringe ich gefühlte Ewigkeiten damit, zu recherchieren, wie man nun etwas einrichten, dekorieren oder gestalten könnte - um am Ende dann zu zaudern, lieber nochmal (mehr als) eine Nacht drüber zu schlafen und dann vor lauter Abwägen in eine absolute Starre zu verfallen. Dass wir nun zwei Jahre hier schon wohnen und dass ich in dieser Zeit so wenig geschafft habe, bestürzt mich regelrecht. Hatte ich mir damals vorgenommen, im ersten Jahr das Haus innen "fertig zu machen" und dann mit Beginn des zweiten Jahres die Außenanlagen (Garten, Terrasse, etc.) anzugehen. Wenn ich mir jetzt den Status quo anschaue, ist weder das eine fertig, noch das andere. Ich hätte niemals gedacht, dass es soooo viele Entscheidungen zu treffen gilt und dass mich jede einzelne davon so beschäftigen würde. Stets will ich, nein muss ich, alles gut durchdenken und sorgfältig auswählen, weil man a) viel Geld ausgibt und b) oft seine Entscheidungen nicht so leicht revidieren kann. So geht's bei uns in Haus-Angelegenheiten nur im absoluten Schneckentempo vorwärts. Habe ich mir (oder wir uns) dann tatsächlich einmal eine Entscheidung abgerungen, stehen wir ganz oft vor der Herausforderung, dass die ausgewählten Dienstleister und/oder Handwerker einfach nicht verfügbar sind oder für die Umsetzung unserer Wünsche und Ideen gefühlte Lichtjahre brauchen.

Terrasse Geländer Haus
Unser Jahres-Projekt: Das Terrassen-Geländer

Um nur ein Beispiel zu berichten: Top 1 Projekt für Frühjahr/Sommer 2016 sollte der Bau der Terrasse sein. Gestartet hatte alles - noch ganz im "Zeitplan" - im Frühjahr mit den Erdarbeiten gleich nachdem der letzte Frost sich verabschiedet hatte. Fertig gestellt wird die Terrasse hoffentlich morgen (!!!) mit den letzten Ausbesserungsarbeiten an unserem Geländer. Was an diesem Projekt nun so lange gedauert hat, kann ich gar nicht richtig benennen. Es ist irgendetwas zwischen verschiedene Handwerker zu koordinieren, Urlaube, Material-Lieferzeiten und meinem/ unserem Zaudern. Darüber, wie viele Nerven (oder graue Haare) mich diese Terrasse gekostet hat, möchte ich gar nicht nachdenken. Ich bin zwar inzwischen einiges gewöhnt, wie es am Bau so läuft, aber dass eine Terrasse zum Jahresprojekt wird, ist schon echt so eine Sache. Wenn ich da in unserem kleinen Baugebiet so nach links und rechts zu unseren Nachbarn schiele, habe ich irgendwie (fast) immer den Eindruck, dass es bei den anderen schneller geht. Wie die das hinbekommen, kann ich nur mutmaßen: Wahrscheinlich wissen die eher, was sie möchten (oder noch besser: haben sich vielleicht im Vorfeld schon genaue Gedanken darüber gemacht), dann haben sie vielleicht durch ihre lange Ortsansässigkeit die besseren "Connections" zu Handwerkern, und schließlich sind sie die besseren Heimwerker und setzen eben schnell selbst mal was um. Herrn Krümel (und auch mir) fehlt leider jegliches handwerkliches Geschick (von den Dramen, die sich hier schon diesbezüglich abgespielt haben, berichte noch ein anderes Mal). Wir sind meist immer auf Hilfe anderer angewiesen. Für das kommende Frühjahr stehen nun die Projekte Gartenzaun und die (Baum-)Bepflanzung an. Für den Gartenzaun haben wir bereits Hilfe gefunden, die Baumanpflanzung versuchen wir selbst. Weil Bäume idealerweise im März/ April in die Erde gebracht werden sollten, sollte ich mich schon längst an die Auswahl der entsprechenden Pflanzen gemacht haben. Hilfe!!! Schon wieder so viele Entscheidungen zu treffen und so einen Baum reißt man danach nicht mehr ganz so leicht aus der Erde und versetzt ihn (alles schon geschehen bei uns, jaja...) Kann der Winter nicht doch bitte etwas länger gehen, damit ich mich ausreichend in dieses Thema "einarbeiten" kann, und überhaupt, was ist denn mit den restlichen Baufassungen :)???!